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Philosophieren mit Kindern, S-H

Pressemitteilung vom 28. April 2016

Datum

04/2016

 

Haben Tiere einen Geist?
Multiplikatorinnen für Philosophieren mit Kindern in Schleswig-Holstein ausgebildet

FRANFKURT AM MAIN/KIEL.  16 pädagogische Fachkräfte erhielten am 22. April in Hohwacht ihr Zertifikat als Multiplikatorinnen für das „Philosophieren mit Kindern und forschendes Lernen in der inklusiven Begabungsförderung“. Nach einem dreijährigen Qualifizierungsprojekt können die Erzieherinnen und Lehrerinnen künftig anderen pädagogischen Fachkräften diese Methode vermitteln. Kitas und Schulen in Schleswig-Holstein steht dadurch eine weitere wirksame Methode in der inklusiven Begabtenförderung ebenso wie im Entdecken leistungsstarker und potenziell leistungsfähiger Kinder und Jugendlicher zur Verfügung.

Die Multiplikatorinnen stammen aus den fünf „Kompetenzzentren Begabtenförderung Schleswig-Holstein“ für den Bereich der frühen Förderung und der Grundschulen sowie aus „SHiB“-Schulen (Schleswig-Holstein inklusive Begabungsförderung). Die Kompetenzzentren bestehen jeweils aus einer Kita und einer Grundschule im Tandem, die von 2010 bis 2012 an einem gemeinsamen Qualifizierungsprojekt des Landes Schleswig-Holstein und der Karg-Stiftung teilgenommen haben.

„Wir freuen uns, dass wir nun qualifizierte Multiplikatorinnen in den SHiB-Schulen und Kompetenzzentren sowie weiteren zentralen Einrichtungen im Land haben“, sagte Maren Stolte, Koordinatorin für Begabten- und Begabungsförderung im IQSH für das Land Schleswig-Holstein. „Wir werden daher im Fortbildungskatalog für das Schuljahr 2016/17 eine Abrufveranstaltung anbieten, auf die die Schulen im Rahmen ihres Schulbudgets zugreifen können“, nannte Stolte das konkrete Angebot für die Lehrkräfte. „Der Ansatz des frühen Philosophierens mit Kindern ist dazu geeignet, Denk- und Verstehensprozesse anzuregen, bewusst zu machen und zu reflektieren. Hiermit ist ein wichtiger Beitrag hinsichtlich der Bedürfnisse besonders begabter Schülerinnen und Schüler geleistet, der in die unterschiedlichsten Bereiche des Fachunterrichts positiv hineinwirken kann“, so Stolte.

Die Methoden des Philosophierens mit Kindern und des forschenden Lernens haben sich bundesweit vielfach in der Praxis der inklusiven Begabungsförderung bewährt – etwa in Bremen, Berlin und Hamburg. Entwicklungsschnelle, leistungsstarke oder hochbegabte Kinder profitieren von diesen Angeboten – aber nicht sie alleine, sondern die gesamte Lerngruppe. Die Methode eröffnet Denk- und Deutungsräume für Fragen, die Kinder beschäftigen, die aber sonst im Unterricht nicht zur Sprache kommen. Da auch mit Bildmaterial gearbeitet wird, eignet sich die Methode auch für sprachlich und kulturell heterogene Gruppen. Die Methode bewährt sich besonders im inklusiven Unterricht, da sie auf die individuellen Lernbedürfnissen eines jeden Kindes eingeht. So entdecken Pädagogen auch Potenziale, die bei anderen Angeboten oder im sonstigen Unterricht nicht zum Tragen kommen, weil sie nicht abgefragt werden. Es handelt sich daher um ein Angebot zum Erkennen und Fördern individueller Potenziale für alle Kinder.

„Individuelle Förderung und damit auch die Förderung leistungsstarker und potenziell leistungsfähiger Kinder ist erst möglich, wenn die Fachkräfte auch um deren Stärken wissen. Damit Bildungsgerechtigkeit selbstverständlich wird, bedarf es noch mehr engagierter und in der Förderung Hochbegabter und Leistungsstarker qualifizierter Fachkräfte – aber auch einer entsprechenden Didaktik“ erklärt Dr. Olaf Steenbuck von der Karg-Stiftung. Die Motivation an den Kitas und Schulen Schleswig-Holsteins beim Suchen und Finden von Kindern mit besonderen Begabungen und Leistungsmöglichkeiten werde den Norden in der Begabtenförderung nochmals weiter voranbringen.

„Alle Kinder sind von Grund auf neugierig; sie wollen ihre Umwelt kennenlernen und verstehen. Dazu gehört auch das Stellen von Fragen, auf die es nicht immer klare und einfache Antworten gibt. Dabei sollten sie darin bestärkt werden, eigenständig zu denken, denn damit erfahren sie auch immer viel über sich und andere,“ so die Projektleiterin Dr. Kristina Calvert, promovierte Erziehungswissenschaftlerin und selbstständige Kinderphilosophin, Dozentin, Lehrerin und Autorin. Die Hamburger Wissenschaftlerin hat die Methode entwickelt und bildete die Multiplikatorinnen und Multiplikatoren aus.


Fakten
Projektkosten: rd. 42.000 Euro
Projektdauer: 2013-2016; individueller Fortbildungsumfang 120 Zeitstunden
Projektleitung: Dr. Kristina Calvert

Teilnehmende Kitas, Grund- und berufliche Schulen:

  • ADS-Kindergarten Harrislee-Hechtenteich
  • Albert-Schweitzer-Schule, Wedel
  • Berufsbildungszentrum Dithmarschen
  • Claus-Rixen-Schule, Altenholz
  • Grundschule Alt Duvenstedt
  • Grundschule Dänischenhagen
  • Inklusive Kindertagesstätte Lauenburg/Elbe
  • Regionales Berufsbildungszentrum Soziales, Ernährung und Bau der
  • Landeshauptstadt Kiel
  • Weingartenschule Lauenburg/Elbe


Darüber hinaus haben Multiplikatorinnen aus folgenden Einrichtungen teilgenommen:

  • Europa-Universität Flensburg
  • IQSH (Institut für Qualitätsentwicklung an Schulen Schleswig-Holstein), Kronshagen



DAS IQSH
Lehrkräfte und Schulen dabei zu unterstützen, Schülerinnen und Schüler möglichst optimal zu fördern und zu fordern, ist das wichtigste Anliegen des Instituts für Qualitätsentwicklung an Schulen Schleswig-Holstein (IQSH). Dabei setzt das Institut auf engagierte Lehrkräfte und innovatives Denken an den Schulen und will so die Impulse für guten Unterricht und gute Schule verstärken. Dafür bietet das Institut vielfältige Qualifizierungs- und Beratungsleistungen an: in der Lehrerausbildung (Vorbereitungsdienst) und der Fort- und Weiterbildung, für die Schulentwicklung, im Bereich IT-Medien sowie durch die Herausgabe von Publikationen für den Fachunterricht und für überfachliche Themen wie zum Beispiel Gewalt- und Suchtprävention Gute Schule braucht ein Klima der Wertschätzung von Bildung und Erziehung, von Unterricht und Lernen. Innovation braucht Denkanstöße und Kooperation. Die Zusammenarbeit mit Lehrkräften und Schulleitungen, mit Ministerium und Schulaufsicht, mit Eltern- und Schülervertretung, mit Hochschulen, Wirtschaft und anderen Institutionen ist daher Grundlage der Arbeit des IQSH.

Kontakt
Maren Stolte, Koordinatorin für Begabten- und Begabungsförderung im IQSH für das Land Schleswig-Holstein
Schreberweg 5, 24119 Kronshagen
T +49 431 5403-136
maren.stolte@iqsh.de
www.iqsh.de


DIE KARG-STIFTUNG

Hochbegabte Kinder und Jugendliche sind ihr Thema – die Gestaltung des deutschen Bildungssystems in der Hochbegabtenförderung ist ihr Auftrag. Nah an den Bedürfnissen des hochbegabten Kindes und dem Bildungsalltag sucht sie professionell und partnerschaftlich bessere Wege für die Förderung Hochbegabter. Sie begleitet Kita, Schule und Beratung wirksam auf diesen. Dabei folgt sie ihrem Leitstern: einem begabungsgerechten Bildungssystem, das auch Hochbegabten auf der Grundlage ihrer besonderen Stärken die Entwicklung ihrer Persönlichkeit ermöglicht. Die Karg-Stiftung, errichtet 1989 von dem Unternehmer Hans-Georg Karg und seiner Frau Adelheid, ist die größte in der Hochbegabtenförderung tätige deutsche Stiftung.

Kontakt
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Presse- und Öffentlichkeitsarbeit

Karg-Stiftung
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60528 Frankfurt am Main
T +49 69 665 62-113
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Verantwortlich für diesen Pressetext:
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Petra Haars | Institut für Qualitätsentwicklung an Schulen Schleswig-Holstein | Schreberweg 5, 24119 Kronshagen | Telefon 0431 5403-103 | Telefax 0431 5403-200 | E-Mail: petra.haars@iqsh.landsh.de | Medien-Informationen des IQSH finden Sie aktuell und archiviert im Internet unter www.iqsh.schleswig-holstein.de | Das IQSH ist eine Einrichtung des Ministeriums für Schule und Berufsbildung des Landes Schleswig-Holstein (MSB).

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