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Fachforum Ministerien 2008

Diagnostische Kompetenz in der Hochbegabtenförderung

Wo

Ochsenfurt

Wann

2008

Themenfeld:
Kita, Schule
Projektfeld:
Karg Foren
Handlungsfeld:
Transfer

Tätigkeit auf einen Blick

Fachforen Ministerien

Seit 2007 lädt die Karg-Stiftung Vertreter der Kultus- und Sozialministerien zum Wissens- und Erfahrungsaustausch zum Fachforum Ministerien ein - mit dem Ziel, in der föderal organisierten deutschen Bildungslandschaft länderübergreifende Kooperation anzuregen. Während das erste Fachforum Ministerien eine Übersicht zum Sachstand der  Begabtenförderung in den Bundesländern  erbrachte, die nunmehr im Karg Fachportal Hochbegabung online zur Verfügung steht, standen in 2008 und 2009 zwei Schlüsselthemen zur künftigen Ausrichtung der Hochbegabtenförderung im Fokus: die Übergänge zwischen Kindertagesstätte, Schule und Hochschule sowie die Pädagogenbildung. Das Fachforum Ministerien 2011 widmete sich dem Thema Netzwerkbildung. 

Vom Fachforum Ministerien sind zahlreiche Projekte in den Bundesländern ausgegangen, die der Bildungspolitik und -verwaltung Hilfestellung zur Bearbeitung des Förderfeldes gaben, etwa die  GIFted-Initiative des Landes Sachsen, die  Kompetenzzentren Begabtenförderung  in Schleswig-Holstein oder auch länderübergreifende Kooperationen wie die  Evaluation der Begabtenzüge in Bayern und Baden-Württemberg  (PULSS-Studien). 

 

Fachforum Ministerien 2008

„Diagnostische Kompetenz in der Hochbegabtenförderung:
Lehrer- und Erzieher/Innenausbildung in den Bundesländern“

9.-10. Juni 2008, Ochsenfurt bei Würzburg (Bayern)

Das zweite Fachforum Ministerien bot den Vertretern der Sozial- und Kultusministerien Gelegenheit zu weiterer Vernetzung – mit dem Ziel, Bildungsprogramme zu entwickeln, die nahtlos Bildungsbiografien von der Frühförderung bis zur Beendigung der schulischen Laufbahn gewährleisten können.


Auf Einladung der Karg-Stiftung kamen vom 9. bis 10. Juni 2008 in Ochsenfurt Vertreter der Kultus- und Sozialministerien der Bundesländer zusammen, um sich über zukunftsweisende Konzepte in der Begabtenförderung auszutauschen. Ein immer dichteres Netz an begabungsfördernden Lernorten mit individualisierenden Lernkonzepten vom Kindergarten bis zum Gymnasium ist das gemeinsame Ziel - der Karg-Stiftung und vieler Bundesländer.

Diagnostische Kompetenz
Denn alle Kinder und Jugendlichen brauchen gut ausgebildete Pädagoginnen und Pädagogen, die kompetent individuelle Pozentiale erkennen und zielgerichtet fördern können. Diagnostische Kompetenzen sind dabei Schlüsselkompetenzen für erzieherisches Handeln und erfolgreichen Unterricht. Insbesondere an den Schnittstellen von Kindertagesstätte und Grundschule bzw. weiterführender Schule spielen sie eine wichtige Rolle. In der Ausbildung von Pädagoginnen und Pädagogen wäre deren noch stärkere Berücksichtigung wünschenswert.

Auftakt
Zum Auftakt erörterte Prof. Dr. Susanne Buch, Erziehungswissenschaftlerin an der Universität des Saarlandes, was pädagogische Diagnostik ist und warum diese zwingend Bestandteil der Aus- und Fortbildung sein sollte. Sie betonte die Notwendigkeit der Koppelung von systematischem Erkennen und zielgerichteter Förderung: „Alle Kindergartenkinder - alle Schülerinnen und Schüler brauchen diagnostisch kompetente Pädagoginnen und Pädagogen“.

Modellprojekte
Nachfolgend standen einige Modellprojekte zur Aus- und Weiterbildung aus den Bundesländern zur Diskussion. Auf die Vermittlung von diagnostischem Grundlagenwissen setzen die Module zur integrativen Begabungsförderung für die Referendarausbildung in Hessen sowie der Karlsruher Masterstudiengang „Begabtenförderung“, der auf die Lehrerfortbildung abzielt. Die Karg-Stiftung stellte ihr praxisorientiertes Weiterbildungsangebot „Begabtenpädagoge“ für pädagogische Fachkräfte in Kindertagesstätten und Grundschulen vor. Das Saarland erreicht die Qualifizierung im Umgang mit individuellen Lernansprüchen und Begabungen über eine Vernetzung und gezielte Fortbildung durch die Beratungsstelle Hochbegabung Dillingen, Niedersachsen hat hierzu Kooperationsverbünde etabliert.

Podiumsdiskussion
Den Abschluss bildete eine Podiumsdiskussion mit Rainer Domisch, Bildungsexperte des Finnischen Zentralamts für Unterrichtswesen, Prof. Dr. Wolfgang Schneider, Vizepräsident der Universität Würzburg und pädagogischer Psychologe, sowie Ursula Hellert, Leiterin der CJD Hochbegabtenschule in Braunschweig. Übereinstimmung gab es zu dem Befund: Was die Qualifizierung im Umgang mit individuellen Lernbedürfnissen und -ansprüchen betreffe, gehe Deutschland vor dem Graben hin und her statt darüber zu springen (Rainer Domisch).
Einigkeit aller Teilnehmer bestand darin, dass die Vermittlung von diagnostischem Wissen und diagnostischer Kompetenz im Studium eine zwingende Voraussetzung für erfolgreiches, begabungssensibles pädagogisches Handeln in Kita und Schule darstellt. Neben Forschung zu pädagogischer Diagnostik und entsprechenden erziehungswissenschaftlichen Studienanteilen bedarf es darüber hinaus dringend der Entwicklung handlungs- und praxisorientierter Fortbildungsangebote im Erkennen und Fördern von Begabungen. Die in den Bildungsort integrierte psychologische Fachkraft ist noch immer der Einzel-, nicht der Regelfall. Und nicht zuletzt müssen für ein differenzierendes Fördern in Kindertagestätte und Schule immer noch viele bürokratische Hemmnisse von starren Lehr- und Stellenplänen beseitigt werden.

Begabtenförderung in den Bundesländern
Auf der Tagung wurde auch die Handreichung „Begabtenförderung in den Bundesländern“ vorgestellt, die Ansätze und Maßnahmen der einzelnen Bundesländer zusammenstellte und das Ergebnis des ersten Fachforums im Jahr 2007 war. Die Übersicht über den aktuellen Stand staatlicher Begabtenförderung in den einzelnen Bundesländern Deutschlands ist nunmehr im Karg Fachportal Hochbegabung abrufbar.

Infos und Ergebnisse aus dem Projekt

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    Im Handlungsfeld Transfer zielen wir auf die Gestaltung der Bildungspraxis. Was wie und warum in der Hochbegabtenförderung wirkt, übersetzen wir in wirksame Informationsangebote: für Einsteiger (Karg Medien, Karg Impulskreise) und für Profis der Begabtenförderung (Karg Campus, Karg Foren).

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    Im Handlungsfeld Innovation widmen wir uns der Weiterentwicklung des Bildungssystems in der Hochbegabtenförderung. Mit unseren Partnern in Wissenschaft und Praxis klären wir Konzepte und deren Wirkung, Zukunfts- und Gerechtigkeitsfragen: im Modellprojekt auf Antrag oder eigenen Impuls hin (Karg Partner) oder über Ausschreibung (Karg Preis).

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